Projekt Demenz: Fall-Management soll Hilfen im Alter koordinieren

22.08.2008 / Lokalausgabe WR
Auf Initiative des Projektes Demenz Arnsberg trafen sich dazu zum ersten Mal 50 Fachkräfte und Interessierte aus fast allen Pflegeeinrichtungen im Stadtgebiet und aus Nachbarkommunen in der KulturSchmiede Arnsberg zu einer ganztägigen Informationsveranstaltung. Projektleiter Martin Polenz zeigte sich erfreut über das große Interesse an dieser Thematik. Es sollen weitere Fortbildungsangebote folgen.

Mit Beispielen aus der Praxis erläuterte Referent Jürgen Ribbert-Elias Phasen, Ablaufschritte sowie Funktionen und Rollen beim Case Management. Ribbert-Elias ist Leiter des Qualitätsmanagements in der Geschäftsführung der St.-Vincenz-Gesellschaft, Ahlen, einer Tochtergesellschaft der St.-Franziskus-Stiftung in Münster. Der Organisationsberater ist zudem Lehrbeauftragter an der FH und Universität Münster.

Hauptziele von Case Management in der Altenhilfe sind die konsequente Umsetzung des Grundsatzes „ambulant vor teilstationär, vor stationär" sowie die Rehabilitation der Pflegebedürftigen. Dazu gehört ebenso die Vermeidung oder die Verzögerung von Heimeinweisungen. Nach aktuellen Umfragen möchte der allergrößte Teil der über 50-Jährigen - wenn es notwendig wird - zu Hause durch Angehörige oder von ambulanten Diensten gepflegt werden. Lediglich acht Prozent der Befragten können sich die Pflege in einem Heim vorstellen (Altenpflegemonitor 2007).

Demgegenüber wächst die Zahl der Heime. In einigen Bereichen gebe es , so der Referent, bereits Leerstände, also ein Überangebot an Plätzen. Dies trifft, wie kürzlich die Heimaufsicht des Hochsauerländkreises mitteilte, auch für die hiesige Region zu.

Mit der Vernetzung und Koordination der unterschiedlichen Leistungsangebote will Case Management „Fehlallokationen" alter Menschen im Versorgungssystem möglichst vermeiden. Vorbild könnte hier das seit über zehn Jahren erfolgreich praktizierte „Ahlener System" sein. Die Stadt im Kreis Warendorf hat mit diesem Modell vielen älteren Menschen die jeweils individuell beste Möglichkeit für den Lebensabend vermittelt.

Aufmerksame Zuhörer beim Infotag zum Case-Management in der Arnsberger KulturSchmiede. (Foto: Heinz Koerdt)