Opa spinnt und Mama weiß nicht weiter

10.05.2008 / Lokalausgabe WP
Arnsberg. (mas) Altersdemenz von Eltern oder Großeltern ist für viele pflegende Familienangehörige ein Riesenproblem und auch eine Riesenbelastung. Hilfsangebote würde die jüngere Generation gern annehmen, doch häufig wissen die jüngeren Leute nicht, an wen sie sich wenden können. Nun hat die Stadt Arnsberg in Kooperation mit der Robert-Bosch-Stiftung drei Beratungsstellen geschaffen.

Im Rahmen des Pilotprojekts Demenz, das die Robert-Bosch-Stiftung mit 646 000 Euro fördert, hat die Stadt im April Demenz-Stützpunkte in Neheim, Hüsten und Alt-Arnsberg eingerichtet. Dort fungieren die Berater als zentraler Ansprechpartner ("Fallmanager") für jeden einzelnen Demenzkranken und dessen Angehörige. Die Berater vermitteln und koordinieren Hilfsangebote verschiedener Träger. Neben dieser trägerübergreifenden Hilfe für Demenzkranke gehören auch die organisatorische Verdrahtung bestehender Hilfsangebote und die Unterstützung neuer Initiativen zu den Aufgaben der Stützpunkte.

In Alt-Arnsberg befindet sich der Demenz-Stützpunkt beim
Caritas-Verband Arnsberg-Sundern,
Hellefelder Straße 27-29.
Ansprechpartnerin ist Pflegefachkraft
Jutta Schneider-Hühn, 02932/806-647 oder 806-9.

In Hüsten ist der Demenz-Stützpunkt im
"Memory-Haus",
Bahnhofstraße 177, untergebracht.
Ansprechpartner ist Diplom-Sozialarbeiter
Herbert Torbohm, 02932 / 891 382 oder 0172 / 1029324.

In Neheim ist der Demenz-Stützpunkt im
St.-Johannes-Hospital ansässig.
Ansprechpartnerin ist Ergotherapeutin
Beate Botte, 02932/9806090 oder 0171/4441201.

Das "Netzwerk Demenz" ist ein Pilotvorhaben für ganz Deutschland. Die Erfahrungen, die in den nächsten zwei Jahren mit dem Aufbau eines solchen Netzwerkes in Arnsberg gesammelt werden, sollen anderen Kommunen zur Verfügung gestellt werden. Die Robert-Bosch-Stiftung fördert das Projekt, weil sie das Thema "Gesundheitsförderung / Leben im Alter" als Schwerpunkt gewählt hat. Die Stiftung suchte sich nach einem Bewerbungsverfahren Arnsberg als Modellkommune aus, weil die Stiftung in Arnsberg bereits das Projekt "Zukunft im Alter" (ehrenamtliches Engagement von Senioren) unterstützt hat. Das Demenz-Projekt wird auch von Wissenschaftlern begleitet. Neben dem Netzwerk-Aufbau geht es auch darum, beispielhaft Basisdaten über die Verbreitung von Demenz zu erhalten. Denn heute weiß niemand, wie viel Deutsche von Demenz betroffen sind. Auch in Arnsberg kann man diese Zahl bis heute nicht annähernd beziffern. Neue Berater bei Fragen zu Demenz sind (v . l.) Beate Botte, Herbert Torbohm und Jutta Schneider-Hühn. Foto: Martin Schwarz