Kaffeeduft weckt Erinnerungen

Arnsberg, 03.05.2009, HK (WR)
Einen Vormittag lang verwandelte sich das Altenheim „Haus zum Guten Hirten" der Diakonie Ruhr-Hellweg in ein Fernsehstudio. Das Schweizer Fernsehen war mit einem Kamera-Team in Arnsberg zu Gast, um das aktuelle Demenz-Projekt, das hier seit kurzem erfolgreich umgesetzt wird, zu dokumentieren.


Das Thema Demenz ist in der Schweiz gerade ein heftig diskutiertes Thema", schildert eine Vertreterin des Senders. „Wir haben in den entsprechenden Einrichtungen zu wenig Platz und die Krankenkassen geben wenig Geld", ergänzt sie.
Entsprechend erstaunt waren die Redakteure der Sendung „36.9°", einem speziel-len Gesund-heitsmagazin, über das ungewöhnliche Demenz-Projekt. Denn seit kurzem sind im „Haus zum Guten Hirten" Kochgenuss und Wohlgefühl auf jeweils vier Rädern unterwegs. Zwei ehemalige Servierwagen wurden kurzerhand mit Duftölen, Lichtschlangen, Wellen und Meeresrauschen von der CD sowie mit einem Herd samt kleinem Ofen, Kaffeemühle und anderen kleinen Überraschungen bestückt.


Mit Duftwagen unterwegs in die Patientenzimmer
Die Wagen sind direkt in die Zimmer jener Patienten unterwegs, die aufgrund ihrer Demenzerkrankung nicht mehr mobil genug sind, um an den Gruppenangeboten im Altenheim aktiv teilzunehmen.
Die Idee dazu hatte Mitarbeiterin Birgit Krüger im Rahmen einer Fortbildung zum Thema Demenz. Der Erfolg jedenfalls ist durchschlagend. „Mancher Bewohner, der jahrelang kaum noch sprach, reagiert plötzlich, wenn der Duft von frisch gemahlenem Kaffee im Zimmer hängt, mit deutlichen Worten", ist Heimleiterin Cornelia Helmert begeistert. Auf anderen Zimmern haben die Bewohner schon regelrechte Reibekuchen-Partys gefeiert.
Der Erfolg inspiriert inzwischen zu mehr: „Wir haben jetzt gerade ein Snoezelen-Gerät, bei dem es um das Erleben von altbekannten Düften geht, selbst gebaut", erläutert Cornelia Helmert.
Das Schweizer TV-Team dokumentierte bei seinem Besuch auch den Besuch der „Kleinen Strolche". Die Kindergartenkinder aus Arnsberg treffen sich seit Herbst alle 14 Tage mit den Senioren. Manchmal stoßen auch die zehn Hasen von Barbara Frigger, die dem Altenheim mit ihren Langohren seit Jahren ehrenamtliche Besuche abstattet, hinzu.