Ideen für Erkrankte und Angehörige

07.03.2008 / Lokalausgabe WR
Das Aktionsprogramm "Gemeinsam für ein besseres Leben mit Demenz" werde in den nächsten drei Jahren gezielt Maßnahmen umsetzen, um die Lebenssituation der Erkrankten sowie der Angehörigen zu verbessern. Das gesamte Vorhaben wird durch die Otto-und-Edith-Mühlschlegel-Stiftung in der Robert-Bosch-Stiftung mit rund 600 000 Euro gefördert.

Den gut 400 Interessierten, die ins Kulturzentrum gekommen waren, gaben Polenz und Marita Gerwin (Zukunft Alter Stadt Arnsberg) einige Beispiele für mögliche Aktivitäten: "Eine schöne Idee wäre ein regelmäßiger Besuch von Schülern in einem Pflegeheim, um mit den älteren Menschen zu spielen, zu reden oder zu singen." Die Schüler würden neue Erfahrungen machen und für die Senioren stelle ein solcher Besuch einen Höhepunkt des Tages dar. Ein weiteres Beispiel wäre eine Fortbildung für Angestellte in Geschäften: Wie reagieren sie in Situationen mit verwirrten älteren Menschen? Auch Personalentwickler in den Firmen seien gefordert, alternative Arbeitszeitmodelle zu entwickeln.

Ein enormer Bedarf besteht an Angeboten, die Angehörige von demenzkranken Menschen entlasten. Sie sehen sich meist in der Verantwortung, für die kranke Mutter, den kranken Bruder zu sorgen. Diese Belastung, führt an die Grenze der Belastbarkeit und darüber hinaus. Hier kann schon eine Stunde Entlastung viel bedeuten, in der sich zum Beispiel eine Art Nachbarschaftsdienst um den Kranken kümmert. Das Thema Demenz soll verstärkt in die Schulen getragen werden. "Die Sozialpraktika der Schüler sollten darauf ausgerichtet werden," so Gerwin.

Jeder kann für sein Vorhaben Mittel von der Bosch-Stiftung beantragen. Es gibt schon viele Angebote in Arnsberg. Im Foyer des Kulturzentrums wurde darüber informiert. (WR-Bild: Schlütter)