Seit zehn Jahren:

Eine Auszeit vom Pflegen

WP Neheim-Hüsten, 07.01.2009, Von Martin Schwarz

Arnsberg/Sundern. Bei jahrelanger anstrengender Pflege Demenzkranker gefährden viele Angehörige ihre eigene Gesundheit. Vor zehn Jahren haben daher Caritas und Diakonie „Aus-Zeiten" für pflegende Angehörige organisiert.

Bei den Auszeiten kümmern sich fachkundige Mitarbeiter um Demenzkranke, damit die Angehörigen das Haus verlassen und einfach mal entspannen können.

Für eine solche „Aus-Zeit" gibt es in den einzelnen Caritas/Diakonie-Sozialstationen in Neheim, Hüsten, Alt-Arnsberg und Sundern freiwillige Helferinnen, die Hausbesuche machen, damit pflegende Angehörige entlastet werden. Ein kleines Jubiläum konnte die Caritas-Sozialstation Neheim für eine spezielle „Aus-Zeit" feiern: Seit nunmehr zehn Jahren besteht ein betreuter Nachmittag für bis zu acht Demenzkranke, die dann gemeinsam spielen, singen, malen, basteln oder einfach nur miteinander reden können. An diesem Nachmittag müssen sich die pflegenden Angehörigen nicht um den Demenzkranken kümmern.

In Neheim wird diese „Aus-Zeit" an jedem Donnerstag von 15 bis 18 Uhr in den Räumen der geriatrischen Tagesklinik des St.-Johannes-Hospitals angeboten. Für diesen Nachmittag (mit Kaffee und Kuchebn) wird pro Demenzkranken ein Teilnehmerbeitrag von 12,50 Euro erhoben, der laut Caritas aber bisher fast immer von der Pflegekasse erstattet wurde.

„Leider gibt es für viele pflegende Angehörige noch eine Hemmschwelle, dieses Angebot zu nutzen", berichtet Dietmar Hofmann von der Caritas-Sozialstation Neheim. Denn manchen Angehörigen käme es so vor, als würden sie ihren Kranken einfach abschieben. „Dies ist natürlich nicht so. Im Gegenteil: Viele Demenzkranke genießen den Nachmittag, wenn sie zum Beispiel alte Lieder gemeinsam singen oder alte Geschichten erzählen können."

Beim Nachmittag sorgt die Caritas - auch mit Hilfe freiwilliger Helferinnen - für individiuelle Betreuung der Kranken, da die Demenz der Kranken unterschiedlich ausgeprägt ist. So nehmen oft genauso viele Betreuer wie Demenzkranke an einem Nachmittag teil. In Sundern wird der Betreuungsnachmittag alle 14 Tage mittwochs von 15 bis 18 Uhr angeboten.

Angehörige, die sich über einen solchen Nachmittag in Neheim oder Sundern näher informieren möchten, können sich an die örtliche Caritas-Sozialstation wenden, die auch freiwillige Helferinnen für Hausbesuche vermittelt, wenn die Angehörigen mal das Haus für eine Erledigung verlassen müssen. Caritas und Diakonie freuen sich übrigens, dass Bürgermeister Vogel im „Netzwerk Demenz" die Schirmherrschaft für die „Aus-Zeiten" der Sozialstationen übernahm.