Die Zahlen steigen weiter

05.03.2008 / Lokalausgabe WP
Um für die zunehmend wachsenden Aufgaben im Umgang mit an Demenz erkrankten Patienten bestens vorbereitet zu sein, besuchten jetzt Mitarbeiter des Marienhospitals auf eigenen Wunsch eine entsprechende Fortbildung.

Arnsberg. Wie kann ich Demenzkranken helfen? Weil die Zahl demenzkranker Patienten stetig zunimmt, haben sich jetzt die Mitarbeiter des Marienhospitals dieser Frage gestellt und sich auf eigenen Wunsch entsprechend fortgebildet. Um im Arbeitsalltag besser auf deren Wünsche und Bedürfnisse eingehen zu können.

Die Krankheit - die verstärkt im hohen Alter auftritt - bezeichnet den Verfall der geistigen Leistungsfähigkeit, besonders der Gedächtnisleistung und des Denkvermögens. Zurzeit leben mehr als eine Million Demenzkranke in Deutschland, davon rund 1 000 in Arnsberg. Jährlich kommen 250 000 Neuerkrankungen hinzu.

Wo bin ich? Das ist die häufig gestellte Frage von demenzkranken Menschen, die sich zur Behandlung im Krankenhaus befinden. Aufgrund von krankheitsbedingten Orientierungs- und Gedächtnisproblemen reagieren sie auf den notwendig gewordenen Krankenhausaufenthalt mit Unsicherheit, Überforderung, Angst, Unruhe und Weglauftendenz.

Demenzerkrankte verstehen die Routineabläufe im Krankenhaus nicht und wehren sich daher oftmals gegen notwendige Behandlungen. Belastungen und Missverständnisse, die vom Verhalten dieser Patientengruppe ausgehen, sind besonders für Pflegekräfte und Ärzte, aber auch für die Mitpatienten sehr groß.

Ziel der Veranstaltung war es daher, den richtigen Umgang mit Demenzkranken zu erlernen. Jutta Schneider-Hühn, Leiterin der Tagespflege des Caritas-Verbandes Arnsberg-Sundern, hat so die Mitarbeiter des Marienhospitals an zwei Tagen geschult. Neben speziellen Empfehlungen für den Umgang mit Demenzerkrankten im Krankenhaus hat sie auch allgemeine Tipps zur Kommunikation, zum Alltag und zur Pflege vermittelt.

Da durch die demographische Entwicklung die demenzkranken Menschen zunehmen und die damit verbundenen Herausforderungen für soziale Einrichtungen und Krankenhäuser steigen werden - im Jahr 2030 wird es nach Expertenprognosen rund 2,5 Mio. demenzkranke Menschen geben - ist in diesem Bereich für die Zukunft eine engere Zusammenarbeit zwischen Caritas-Verband und Marienhospital geplant.