Das Thema Demenz geht uns alle an: Wer schaut hin?

06.03.2008 / Lokalausgabe WR
Von Bernhard Schlütter
Gut 400 Interessierte ließen sich gestern im Kulturzentrum auf "Weiter-Denken: Projekt Demenz Arnsberg" einstimmen. Mit Unterstützung der Robert-Bosch-Stiftung soll dieses über drei Jahre laufende Modellvorhaben das Thema Demenz aus der Tabuzone hervorholen.

Wie das funktionieren kann, demonstriert Anne Werthschulte. Ihre Mutter ist schon früh - mit 50 Jahren - demenziell erkrankt. Das Schlimmste sei, dass Freunde nicht mehr da seien, das Umfeld wegschaue, nichts mit der Krankheit zu tun haben wolle. "Die Leute müssen sich einfach mal trauen!", wünscht sie sich und geht mutig an die Öffentlichkeit.

Sich auf die veränderte Wahrnehmung und Ausdrucksweise von Dementen einzulassen, dafür plädierten auf dem Podium Fachleute aus den Bereichen Medizin, Pflege/Betreuung und Gesell-schaft. "Denken wir daran: Immer mehr von uns allen werden hochbetagt und werden als Hochbetagte mit Demenz leben", betonte Bürgermeister Vogel. Er sieht im Thema "Leben mit Demenz" eine "zentrale Aufgabe unserer Stadt" und untermauerte diese These mit Zahlen: 15 bis 25 % der 80-Jährigen seien von Demenz betroffen, fast jeder zweite 90-Jährige.

Projektleiter Martin Polenz warb darum, dass Ideen aus der Lebenswelt eingebracht würden. Vor-handene Angebote sollen besser vernetzt werden, jede Anregung sei willkommen. Für Vorhaben stehen seitens der Bosch-Stiftung 150 000 Euro zur Verfügung. Das Antragsverfahren ist unkompliziert.

Ansprechpartner:
Martin Polenz (Projektleiter) Tel. 02932/201-2206,
Jutta Schneider-Hühn (Stützpunkt Arnsberg) Tel. 02931/806-9,
Herbert Torbohm (Hüsten) Tel. 02932/891 382),
Beate Botte (Neheim) Tel. 02932/980 6090

Martin Polenz stellte im Kulturzentrum "Weiter-Denken: Projekt Demenz Arnsberg" vor. (WR-Bild: Schlütter)