Stahl: Nicht an Ausbildung sparen

Arnsberg, 03.07.2009, Helmutheinz Welke

(WR) Stadt Arnsberg. „Das Arnsberger Demenz-Projekt ist geradezu beispielhaft. So etwas habe ich noch nicht gesehen", erklärte Helmut Stahl, der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Düsseldorfer Landtag, der gestern anlässlich eines Informationsbesuchs seine örtlichen Parteifreunde aufgesucht hat.

Helmut Stahl, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Düsseldorfer Landtag, besuchte seine Parteifreunde in Arnsberg. Von links: Jochem Hunecke (Kreishandwerkerschaft), Patrick Sensburg (CDU-Bundestagskandidat für den HSK), Helmut Stahl und Klaus Kaiser (Landtagsabgeordneter und CDU-Fraktionschef im Arnsberger Rat). Foto: Welke (WR)
Helmut Stahl, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Düsseldorfer Landtag, besuchte seine Parteifreunde in Arnsberg. Von links: Jochem Hunecke (Kreishandwerkerschaft), Patrick Sensburg (CDU-Bundestagskandidat für den HSK), Helmut Stahl und Klaus Kaiser (Landtagsabgeordneter und CDU-Fraktionschef im Arnsberger Rat). Foto: Welke

Er habe unglaublich viel gelernt in den Gesprächen über das Modellprojekt „Arnsberg - Lernwerkstatt Demenz", das wissenschaftlich begleitet und von der Robert-Bosch-Stiftung finanziell gefördert wird, fügte Stahl hinzu. Erst jetzt sei ihm klar geworden, welche unglaubliche Leistung den Pflegenden abverlangt werde. Schon jetzt gebe es in Arnsberg etwa 1000 an Demenz erkrankte Personen, fügte der Landtagsabgeordnete Klaus Kaiser, der als CDU-Fraktionschef im Arnsberger Rat den prominenten Besucher begleitete, ergänzend hinzu.

Weitere Gesprächsthemen bei Stahls Besuch seien die gegenwärtige Wirtschaftskrise und die Situation auf dem Ausbildungsmarkt gewesen, hieß es. Zu Letzterem gab Jochem Hunecke, der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Auskunft. Für Prognosen sei es noch zu früh im Jahr, meinte Hunecke und nannte Vergleichszahlen. Letztes Jahr seien bis zum 30. Juni 250 Ausbildungsverträge geschlossen worden, aus denen bis Dezember dann rund 600 geworden seien. Zur Zeit habe die Kreishandwerkerschaft 224 Verträge registriert. Eine gewisse Zurückhaltung sei hauptsächlich auf dem Metallsektor, wo viele Zulieferer der Autobauer tätig sind, erkennbar.

Stahl, der nach eigenem Bekunden als Kind „Lokführer auf einer Dampflok" werden wollte, nutzte die Aussage Huneckes für einen Appel an die Wirtschaft, möglichst nicht an der Ausbildung zu sparen. Er appellierte gleichzeitig an die junge Generation, auf keinen Fall auf eine Berufsausbildung zu verzichten, wenn sich ein bestimmter Berufswunsch nicht realisieren lasse.

Über die Situation der regionalen Wirtschaft hatte sich Stahl zuvor bei der Firma BJB in Neheim informiert. Gerade der heimische Mittelstand liefere Beispiele für Qualität und Standhaftigkeit in der Krise, stellte Stahl fest. Die Wirtschaft sei gegenwärtig auf einem schweren Weg, werde aber sicherlich gestärkt aus der Krise hervorgehen.

„Ich mache gern solche Touren, weil das erdet", erklärte Stahl seine Stippvisite in Arnsberg. Und machte sich wieder auf den Weg zu seiner Familie nach Bonn.