Kinderlärm ist Zukunftsmusik

Unbefangen setzt sich die 6 jährige Enna neben die ältere Dame und tätschelt ihre faltigen Hände. Diese genießt die warmherzige Berührung offensichtlich sehr und lächelt sie erwartungsvoll an. Beide verstehen sich – auch ohne Worte. Denn diese sind der alten Dame verloren gegangen. Durch die „Vergess-Krankheit“, wie Enna die Demenz nennt. „Aber das Herz wird nicht dement“, das weiß Enna ganz genau!

 

 

„Da sind wir!“. Mit diesen Worten stürmt Justus auf seinen hochbetagten Freund zu. Dieser empfängt ihn dem Zitat „Mit einem Freund an der Seite ist kein Weg zu lang“. Beide strahlen mit der Sonne um die Wette.  Szenen, die unter die Haut gehen. Einfach Unvergesslich! Kinderlärm im Altenheim. Es klingt so selbstverständlich. Ist es aber nicht! 

Eine Zukunftsvision? In Arnsberg längst Realität!

Justus, Enna, Kilian und Aimy aus der Städt. KITA „Krähennest“ besuchen regelmäßig ihre demenzerkrankten Freunde im Caritas-Altenheim Klostereichen. 80/ 85/ 90/ 95 Jahre trennen sie voneinander. Niemand fragt hier nach dem Alter. Das Einzige, was zählt, ist der gemeinsame Spaß. Sie lachen, erzählen und helfen sich gegenseitig. Freundschaften entstehen. Von Berührungsängsten keine Spur.

Demenz ist  DAS Thema im demografischen Wandel! Eine Herausforderung der Zukunft. Das KITA Projekt „Junges Engagement“ ist implementiert in die „Lern-Werkstadt Demenz“ Arnsberg.  Es  greift die Neugier und Offenheit der Kinder auf und nutzt sie zu ihrer sozial-emotionalen Entwicklung. Sie erlernen früh Toleranz; Verantwortung und Sozialkompetenz. Ein Meilenstein der Persönlichkeitsentwicklung. Kinder bringen  pralles Leben ins Haus der Senioren. Sie öffnen Herz und Mund bei Menschen, die oft schweigen. Mit einem Gewinn für beide Seiten!

 

Die Begegnung von Jung und Alt im Rahmen der Kooperation von Caritas-Seniorenzentrum und Kita Krähennest ist auch Gegenstand eines Berichts im Arnsberger "GenerationenMagazin SICHT", den Sie hier lesen können.